E-Commerce10 min Lesezeit17.9.2026

Warum wir nicht mehr nach Stunden abrechnen

Ein Ticket, das mit KI in zwanzig Minuten fertig ist, war gestern ein halber Tag. Die Rechnung nach Zeit wird damit unbrauchbar. Wir rechnen Betreuung und Software monatlich nach Umfang ab.

Alexander Schikowsky
Alexander SchikowskyGeschäftsführer & KI-Experte

Was Stundenabrechnung unsichtbar macht

Ein Versandhinweis im Warenkorb. Ein Filter in der Kategorie. Ein Freigabeweg in einer Fachanwendung. Vor zwei Jahren war das oft ein halber Tag Arbeit: Ticket lesen, Code finden, ändern, testen, auf Staging spielen, abnehmen lassen. Heute läuft ein großer Teil der Umsetzung KI-gestützt. Anweisung, Prüfung und Verantwortung bleiben beim Team. Die reine Bearbeitungszeit sagt damit immer weniger darüber, wie anspruchsvoll die Sache ist, und noch weniger darüber, was sie im Geschäft bringt.

Nach Stunden wird genau diese Zeit zur Ware. Wird das Team schneller, sinkt die Rechnung. Der Wert für den Shop oder die Fachanwendung bleibt derselbe. Wer so abrechnet, arbeitet gegen die eigene Effizienz, und der Auftraggeber bekommt den Preis erst, wenn die Arbeit vorbei ist.

Dazu kommt der Alltag kleiner Anfragen. Für eine Textkorrektur oder einen falschen Link lohnt kein Angebot. Solche Dinge landen ungefragt auf der nächsten Rechnung, oder sie werden gar nicht erst angesprochen. Beides ist schlecht: einmal, weil der Betrag überrascht, einmal, weil der Shop oder die Software schlechter bleibt als nötig.

Wir stellen deshalb die laufende Arbeit auf feste Monatsbeträge um. Das gilt für den Shop genauso wie für Individualsoftware nach dem Go-Live. Neue Vorhaben mit klarem Umfang bleiben Festpreis je Etappe. Die Abwägung dazu steht im älteren Beitrag Festpreis, Stunden oder iterativ. Hier geht es um den laufenden Betrieb: das, was nach dem Launch jeden Monat anfällt.

Eine Rechnung, zwei Zeilen, Klasse vor der Arbeit

Sie zahlen einmal im Monat. Auf der Rechnung stehen zwei Zeilen, weil Betrieb und Änderungen unabhängig voneinander wachsen. Der eine Betrag deckt den Betrieb Ihrer Systeme ab und läuft auch ohne Ticket. Der andere bezahlt die Änderungen, die Sie beauftragen. Mehr Shops, Umgebungen oder Schnittstellen erhöhen den Betrieb. Mehr Tickets erhöhen das Paket. Nur Betrieb geht auch; Änderungen laufen dann zum Einzelpreis der Klasse. Jedes Anliegen bekommt vor Bearbeitungsbeginn eine Größenklasse von XS bis XL. Jede Klasse entspricht einer festen Punktzahl. Ihr Paket enthält eine Menge Punkte je Quartal, und Sie entscheiden, wofür sie eingesetzt werden.

Was ein einzelnes Ticket an Aufwand bedeutet, ist damit unser Risiko. Sie sehen den Preis, bevor jemand anfängt. Die Zahlen, der Rechner und die Klassen stehen auf der Seite Betreuung und Monatspakete.

Betrieb: was laufen muss, auch ohne Ticket

Die Betriebspauschale richtet sich danach, was betrieben wird: jede Applikation oder jeder Shop, jede zusätzliche Umgebung, jede Integration. Enthalten sind Deployments, Monitoring, Sicherheitsupdates, Aktualisierung von Abhängigkeiten, Backups und technische Bereitschaft. Bei einer Störung mit Ausfall melden wir uns innerhalb einer Stunde, sonst am selben Werktag.

Ein typischer Shop mit Testumgebung und einer Warenwirtschafts-Anbindung liegt bei ca. 720 Euro im Monat. Dieselbe Logik gilt für eine Fachanwendung: das System selbst, eine Staging-Umgebung, die Anbindung an ERP oder Shop.

Kapazität: was Sie umsetzen lassen

Paket

Punkte / Quartal

Parallel

Lieferzeit

Preis / Monat

XXS

60

1 Ticket

7 Werktage

ca. 890 €

XS

120

1 Ticket

5 Werktage

ca. 1.700 €

S

180

1 Ticket

3 Werktage

ca. 2.400 €

M

360

2 Tickets

3 Werktage

ca. 4.400 €

L

720

4 Tickets

2 Werktage

ca. 8.000 €

Abgerechnet wird monatlich, das Kontingent läuft im Quartal. Starke und ruhige Monate gleichen sich aus. Die Monatsgrenze verhindert nur, dass ein ganzes Quartal in einen einzelnen Monat fällt.

Die Klasse misst Umfang, nicht Dauer

Ein L-Ticket kostet 21 Punkte, weil mehrere Stellen ineinandergreifen oder eine Datenstruktur sich ändert. Es kostet 21 Punkte, auch wenn dieselbe Änderung nächstes Jahr in zwanzig Minuten durchläuft. Genau das ist der Zweck. Wer intern erst in Stunden schätzt und dann eine Klasse draus macht, hat den Stundenanker durch die Hintertür wieder eingebaut.

Klasse

Punkte

Im Shop

In der Software

XS

1

Versandhinweis, Absender, Ratgeberseite

Labeltext, ein Konfigurationswert, eine Weiterleitung

S

3

Hinweis nur bei bestimmten Produkten, Filter, Tracking

Feld mit einer Bedingung, eine Filterregel, ein bestehendes Formular erweitern

M

8

Verbrauchsrechner, Kombipakete, Gratisartikel ab Warenwert

Neue Ansicht mit eigener Auswertung, Export, Berechnung mit mehreren Eingaben

L

21

Produktberater, Treuepunkte, Kundengruppen mit eigenen Preisen

Neuer Prozess über zwei Systeme, Datenstruktur ändert sich

XL

55

Warenwirtschaft anbinden, zweiter Shop, Versionssprung

Datenüberführung, neuer Mandant, Versionssprung mit allen Erweiterungen

Von XS zu S kommt eine Bedingung dazu. Von S zu M kommt eigene Logik dazu. Von M zu L kommt eine zweite Stelle dazu, die mitreagiert. Von L zu XL kommt die Ungewissheit dazu. Reicht eine Klasse nicht, zerlegen wir das Vorhaben in mehrere Tickets, die jeweils für sich lieferbar sind.

Die Einstufung erfolgt schriftlich, bevor die Arbeit beginnt. Sie können widersprechen. Bleibt es strittig, gilt für dieses Ticket die niedrigere Klasse, einmal je Quartal. Eine nachträgliche Höherstufung ohne Rücksprache gibt es nicht.

Was das für Individualsoftware heißt

Neue Software mit unklarem Gesamtumfang zerlegen wir weiter in Etappen. Der erste produktive Schritt bekommt ein Festpreis-Angebot, sobald der Scope steht. Das ändert sich nicht. Geändert hat sich, was danach kommt.

Nach dem Go-Live braucht eine Fachanwendung dasselbe wie ein Shop: Deployments, Monitoring, Sicherheitsupdates, und laufende Änderungen aus dem Alltag. Dafür haben wir früher Stundenkontingente oder Wartungspauschalen mit Zeitnachweis verwendet. Das ist vorbei. Betrieb und Weiterentwicklung laufen über dasselbe Monatspaket. Details zur Entwicklung stehen unter Softwareentwicklung und Individualsoftware.

Ein typischer Verlauf: Workshop und erster Ausbauschritt als Festpreis. Sobald die Anwendung produktiv ist, zählt sie als Applikation in der Betriebspauschale. Änderungen, neue Rollen, weitere Schnittstellen gehen als Tickets ins Kapazitätspaket. Braucht ein späterer Umbau eine durchgehende Testphase und einen abgestimmten Live-Termin, wird er ein Projekt. 75 Prozent des laufenden Quartalskontingents rechnen wir dann auf den Projektpreis an, damit Sie in der Projektphase nicht doppelt zahlen.

Ein Vorhaben monatlich über dasselbe Schema

Ein größeres Vorhaben muss kein einmaliger Großbetrag sein. Shop oder Fachanwendung, Testumgebung und Kapazitätspaket laufen über drei oder sechs Monate. Nach dem Live-Gang bleibt der Betrieb, das Paket kann kleiner werden. Kompakt entspricht Paket S, Standard Paket M, umfangreich Paket L über zwei Quartale.

Das ist derselbe Vertrag wie die Wartung, nur für eine festgelegte Laufzeit. Die technische Seite eines Shopware-Wechsels beschreiben wir unter Migration und Relaunch.

Was sich für Sie ändert

  • Planbarkeit. Sie wissen zu Jahresbeginn, was das Jahr kostet. 12 Monate Preisgarantie, danach drei Monate Kündigungsfrist.

  • Preis vor der Arbeit. Klasse und Punkte stehen im Ticket, bevor jemand anfängt. Die Rechnung danach enthält keinen Stundenzettel mehr.

  • Kleine Anfragen ohne Kalkulation. Im S- und M-Paket laufen XS-Tickets ohne Punkteabzug, im L-Paket zusätzlich S-Tickets. Der Kleinkram muss sich nicht erst rechnen, bevor jemand fragt.

  • Quartal statt Monat. Punkte verfallen zum Quartalsende, nicht zum Monatsende. Zwei Wochen vorher bekommen Sie einen Vorschlag für den Rest. 25 Prozent der im Jahr ungenutzten Punkte kommen als Guthaben ins Folgejahr, wenn Sie dieselbe oder eine höhere Stufe erneut buchen.

Ein Beispielquartal im S-Paket: vier kleine Tickets frei, dazu Filter, Rechner, Kombipakete, ein Produktberater, Treuepunkte und die Anbindung der Warenwirtschaft. 160 von 180 Punkten. Nach Einzelpreisen wären das ca. 14.190 Euro gewesen, im Paket ca. 7.200 Euro für das Quartal. Denselben Mix können Sie in einer Fachanwendung fahren: Texte, Felder mit Bedingungen, neue Auswertungen, ein Prozess über zwei Systeme, eine Datenüberführung.

Was wir bewusst nicht mehr tun

Wir führen keine parallele Stundenpreisliste mehr. Wer intern weiter in Stunden denkt und die Klasse danach ableitet, bekommt denselben Streit wie bisher, nur mit anderen Namen. Die Merkmalstabelle entscheidet. Die Durchlaufzeit ist ein Lieferversprechen, sobald ein Ticket dran ist, und kein Abrechnungsmaß.

Wartezeit sagen wir nicht zu. Wie lange ein Ticket in der Schlange steht, hängt davon ab, wie viel Sie einstellen und wie viel Ihr Paket parallel zulässt. Wer schneller durch will, nimmt die nächste Stufe. Bei einem echten Ausfall greift der Notfallsupport und unterbricht sofort, ohne Punkteverbrauch.

Wenn Sie prüfen wollen, welche Kombination zu Ihren Systemen passt: Wartung, Projekt über Monate oder einmal Festpreis, alles in einem Rechner. Der Rechner liegt direkt auf der Betreuungsseite.

Häufig gestellte Fragen

Warum rechnet CODING 9 nicht mehr nach Stunden ab?

Weil die Bearbeitungszeit immer weniger über den Wert einer Änderung sagt. Ein wesentlicher Teil der Umsetzung läuft KI-gestützt, Anweisung und Prüfung bleiben bei uns. Die Klasse eines Tickets richtet sich nach Komplexität, Testaufwand und Klarheit der Anforderung.

Wie funktioniert das Monatspaket für Shop und Software?

Eine Rechnung im Monat, zwei Zeilen: Betriebspauschale je System, Umgebung und Integration, und ein Kapazitätspaket mit Punkten je Quartal. Betrieb läuft auch ohne Ticket. Das Paket bezahlt die Änderungen. Nur Betrieb geht auch. Jedes Ticket bekommt vor Beginn eine Klasse von XS bis XL.

Gilt das Modell auch für Individualsoftware?

Ja. Ein neues, abgegrenztes Vorhaben bekommt einen Festpreis, sobald der Umfang steht: der Preis gilt für diesen Umfang, bevor die Arbeit beginnt. Nach dem Go-Live läuft Betrieb und Weiterentwicklung über dasselbe Monatspaket wie beim Shop.

Was kostet ein typisches Betreuungspaket?

Einstieg für eine Website mit Paket XXS: ca. 1.340 Euro netto im Monat. Mit einem System und Paket XS: ca. 2.150 Euro. Ein typischer Shop mit Testumgebung, einer Integration und Paket S: ca. 3.120 Euro. Den Rechner finden Sie unter Betreuung.

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