Shopware 616 min Lesezeit9.9.2026

Shopware Agentur finden: Der Auswahl-Leitfaden für Entscheider

Drei Angebote, Faktor vier Unterschied - und keine Grundlage zum Vergleich. Agenturtypen, Partner-Level, Kostenstufen, Warnzeichen und 12 Fragen fürs Erstgespräch.

Alexander Schikowsky
Alexander SchikowskyE-Commerce & Shopware-Experte

Wer eine Shopware-Agentur sucht, holt in der Regel drei Angebote ein und stellt fest, dass sie um den Faktor vier auseinanderliegen. Für dieselbe Anforderung, im selben Dokument beschrieben. Der Grund liegt fast immer darin, dass die drei Agenturen unterschiedliche Dinge anbieten und der Auftraggeber keine Grundlage hat, das zu erkennen. Dieser Leitfaden liefert diese Grundlage: Welche Agenturtypen es gibt, was Partner-Level aussagen, wie sich Referenzen prüfen lassen, welche Kostenstufen realistisch sind und welche Fragen im Erstgespräch mehr über eine Agentur verraten als jede Selbstdarstellung.

Gibt es die beste Shopware-Agentur?

Die Antwort ist unbefriedigend, aber sie erspart viel Zeit: Es gibt sie nicht. Shopware deckt eine sehr breite Spanne ab. Auf derselben Software läuft der 200-Artikel-Shop eines Manufakturbetriebs und die B2B-Plattform eines Großhändlers mit 80.000 Artikeln, Kundenhierarchien, Staffelpreisen und einer ERP-Kopplung, die alle 15 Minuten synchronisiert. Die Agenturen, die das eine gut können, sind selten dieselben, die das andere gut können.

Wer nach der besten Agentur sucht, landet bei Ranglisten, Partnerverzeichnissen und Bewertungsportalen. Alle drei sortieren nach Kriterien, die mit dem eigenen Projekt wenig zu tun haben: nach Unternehmensgröße, nach vermitteltem Lizenzumsatz, nach Anzahl der Bewertungen. Nützlicher ist eine andere Frage, und sie lässt sich in einem Nachmittag beantworten: Welcher Typ von Agentur passt zu meinem Fall, und woran erkenne ich, ob eine bestimmte Agentur diesem Typ entspricht?

Zwei Typen von Shopware-Agenturen

Im deutschen Markt haben sich zwei Arbeitsweisen herausgebildet. Beide sind legitim, beide haben ihre Berechtigung, und die meisten Fehlbesetzungen entstehen dadurch, dass ein Unternehmen den einen Typ beauftragt und den anderen gebraucht hätte.

Der Konfigurierer

Diese Agenturen arbeiten mit dem, was Shopware und der Extension Store hergeben. Sie kaufen ein Theme, konfigurieren die Erlebniswelten, installieren zwölf bis zwanzig Plugins für Zahlarten, Versand, Newsletter und Bewertungen, richten die Suche ein und gehen live. Eigener PHP-Code entsteht dabei kaum. Das gehört zum Geschäftsmodell: Weil wenig entwickelt wird, sind diese Projekte planbar, vergleichsweise günstig und schnell.

Die Grenze zeigt sich, sobald eine Anforderung auftaucht, für die es kein Plugin gibt. Dann wird entweder die Anforderung passend zum verfügbaren Plugin umgeschrieben, oder es wird ein Freelancer dazugeholt, der nach dem Launch nicht mehr erreichbar ist. Beides kostet später mehr, als die Ersparnis am Anfang ausgemacht hat.

Der Entwickler

Diese Agenturen schreiben eigene Plugins, arbeiten in Symfony, Twig und Vue, bauen Schnittstellen zu Warenwirtschaft und PIM und greifen bei Bedarf in die Storefront-Architektur ein. Sie brauchen für einen Standardshop deutlich länger und sind teurer, weil sie Dinge bauen, die ein Konfigurierer einkauft.

Ihre Stärke liegt bei Anforderungen, die im Standard nicht vorgesehen sind: eine Preislogik mit kundenindividuellen Konditionen, Bestellfreigaben über mehrere Hierarchiestufen, eine Artikelkonfiguration mit technischen Abhängigkeiten, eine Anbindung an ein ERP, dessen Schnittstelle aus dem Jahr 2009 stammt. Wer solche Anforderungen hat und beim Konfigurierer landet, merkt das etwa im dritten Projektmonat.

Welcher Typ zu Ihrem Fall passt

Die Zuordnung gelingt mit drei Prüfungen. Erstens: Lässt sich Ihr Geschäft mit den Standardfunktionen von Shopware abbilden, wenn Sie Ihre Prozesse leicht anpassen? Zweitens: Wie viele Fremdsysteme müssen mit dem Shop Daten austauschen, und wie alt sind deren Schnittstellen? Drittens: Wie oft ändern sich Ihre Anforderungen im laufenden Betrieb?

Wer die erste Frage mit Ja beantwortet, höchstens ein Fremdsystem anbindet und selten etwas ändert, fährt mit einem Konfigurierer gut und spart erheblich. Wer zwei oder mehr Systeme anbindet, im B2B unterwegs ist oder den Shop als Produkt versteht, das jedes Quartal weiterentwickelt wird, braucht Entwicklungskompetenz im Team der Agentur.

Eine Nebenbemerkung, die Geld spart: Diese Entscheidung fällt vor der Agenturauswahl, nicht danach. Wer ohne festgelegten Typ in Gespräche geht, bekommt von jeder Agentur den eigenen Typ als richtige Antwort präsentiert.

Woran Sie erkennen, wer den Code wirklich schreibt

Jede Agentur-Website behauptet Shopware-Expertise. Der Unterschied lässt sich in etwa 20 Minuten prüfen, und zwar an Material, das öffentlich einsehbar ist.

  • Eigene Plugins. Fragen Sie nach Plugins im Shopware Store oder auf GitHub. Ein Blick in die Commit-Historie zeigt, ob dort über Jahre gearbeitet wurde oder ob ein Repository einmal angelegt und dann liegengelassen wurde.

  • Beiträge zum Shopware-Core. Shopware ist Open Source, die Pull Requests sind öffentlich. Wer dort Bugfixes eingereicht hat, kennt die Interna und ist nicht darauf angewiesen, um Fehler herum zu bauen.

  • Technische Veröffentlichungen. Vorträge auf der Shopware Community Unconference, Artikel über konkrete Implementierungsdetails, Beiträge in Slack- oder Foren-Communities. Wer Shopware nur bedient, hat darüber nichts zu schreiben.

  • Die Zwei-Minuten-Probe. Bitten Sie im Erstgespräch um eine technische Entscheidung aus einem laufenden Projekt und die Begründung dazu. Etwa: Warum wurde eine Anforderung als Plugin und nicht als App gelöst? Wer selbst entwickelt, antwortet ohne Rückfrage beim Kollegen.

Diese Prüfung ist deshalb so brauchbar, weil sie sich nicht fälschen lässt. Ein Partner-Logo lässt sich erwerben, eine Referenzliste lässt sich zusammenstellen, eine Commit-Historie über fünf Jahre nicht.

Partner-Level und Zertifizierungen richtig einordnen

Shopware betreibt ein gestuftes Partnerprogramm für Agenturen. Die Stufen bauen aufeinander auf und verlangen jeweils eine Mindestzahl an Zertifizierungen sowie kommerzielle Kriterien wie vermittelten Lizenzumsatz.

Stufe

Zertifizierungen

Was die Stufe aussagt

Silver

mindestens 4

Die Agentur arbeitet regelmäßig mit Shopware und hat einen festen Ansprechpartner beim Hersteller.

Gold

mindestens 10

Ein Team von mindestens zehn zertifizierten Personen, in der Regel eine Agentur ab etwa 25 Mitarbeitenden.

Platinum

höchste Anforderung

International tätige Agenturen mit Erfahrung in großen Projekten und enger Bindung an Shopware.

Was die Stufe zuverlässig anzeigt: Größe, Kontinuität und die Bereitschaft, in die Beziehung zum Hersteller zu investieren. Wer ein Projekt im hohen sechsstelligen Bereich vergibt und Wert darauf legt, dass die Agentur in fünf Jahren noch existiert, hat mit Gold oder Platinum eine belastbare Vorauswahl.

Was die Stufe nicht anzeigt: wer Ihr Projekt umsetzt. Zertifikate werden an einzelne Personen vergeben, nicht an Teams. Eine Gold-Agentur mit zehn zertifizierten Personen und 60 Mitarbeitenden kann Ihr Projekt vollständig mit Junior-Entwicklern besetzen, ohne gegen eine Regel zu verstoßen. Die brauchbare Rückfrage lautet deshalb nicht, ob die Agentur zertifiziert ist, sondern wer namentlich im Projekt arbeitet und welche Shopware-Erfahrung diese Personen haben.

Umgekehrt gilt: Das Fehlen einer Partnerstufe ist kein Ausschlusskriterium. Es gibt kleine Agenturen mit tiefer Shopware-Kenntnis, die das Programm bewusst nicht mitmachen, weil die Anforderungen an Lizenzvermittlung nicht zu ihrem Geschäftsmodell passen. Bei diesen Agenturen ersetzt die Prüfung aus dem vorherigen Abschnitt das Badge.

Referenzen und Case Studies lesen

Referenzseiten sind der am stärksten geschönte Teil jeder Agentur-Website. Drei Prüfungen holen den Informationsgehalt zurück.

  1. Rufen Sie den Shop auf. Steht dort tatsächlich Shopware, und in welcher Version? Ein Blick in den Quelltext oder die URL-Struktur beantwortet das in Sekunden. Referenzen ohne verlinkten Shop sind ohne Aussage.

  2. Prüfen Sie die Passung, nicht die Optik. Ein optisch gelungener Fashion-Shop sagt wenig über die Fähigkeit aus, eine ERP-Kopplung mit Chargenverwaltung zu bauen. Suchen Sie in der Referenzliste nach Projekten, die Ihrer Anforderung technisch ähneln, und nicht nach Marken, die Sie kennen.

  3. Fragen Sie nach dem Anteil. Bei größeren Shops sind oft mehrere Dienstleister beteiligt. Die Frage "Welche Teile dieses Shops stammen von Ihnen, und was hat jemand anderes gemacht?" wird selten gestellt und immer beantwortet.

Bei Referenzkunden lohnt der direkte Anruf. Zwei Fragen genügen meist: Wie lief die Zusammenarbeit nach dem Go-Live, und wie schnell wurde auf Störungen reagiert? Die Antworten auf diese beiden Fragen unterscheiden Agenturen stärker als alles, was vor dem Launch passiert.

Ein Hinweis zu Zahlen in Case Studies: Angaben wie "plus 340 Prozent Umsatz" sind in Deutschland wettbewerbsrechtlich heikel, wenn der Bezugszeitraum und die übrigen Einflussfaktoren fehlen. Agenturen, die solche Zahlen ohne Kontext veröffentlichen, gehen entweder ein Risiko ein oder haben sie nicht geprüft. Beides ist eine Information.

Was ein Shopware-Projekt kostet: vier Ausbaustufen

Tagessätze deutscher Shopware-Agenturen liegen 2026 überwiegend zwischen 800 und 1.400 Euro netto. Diese Zahl allein hilft nicht weiter, weil die Aufwände zwischen den Ausbaustufen um den Faktor zehn auseinanderliegen. Die folgenden Bandbreiten beziehen sich auf die einmalige Projektsumme ohne Lizenz und Hosting. Eine ausführliche Rechnung inklusive laufender Kosten über drei Jahre steht im Leitfaden zu den Shopware-Kosten.

Stufe 1: Theme und Konfiguration

Gekauftes Theme, Farben und Schriften angepasst, Standard-Zahlarten, Versandregeln, Datenimport per CSV. Kein eigener Code. Realistisch sind 8.000 bis 25.000 Euro, die Laufzeit liegt bei vier bis acht Wochen. Diese Stufe passt für B2C-Shops mit überschaubarem Sortiment und Prozessen, die sich an den Standard anpassen lassen.

Der Fallstrick liegt beim Datenimport. Wenn Produktdaten aus einem Altsystem kommen und dort über Jahre gewachsen sind, kann die Aufbereitung mehr Aufwand verursachen als der gesamte Shop-Aufbau. Klären Sie vorab, wer die Daten bereinigt.

Stufe 2: Individuelle Anpassungen und erste Anbindungen

Eigene Plugins für Funktionen, die der Standard nicht abdeckt, Anbindung an eine Warenwirtschaft, individuelle Checkout-Schritte, eigene Produktdarstellungen. Der Bereich beginnt bei etwa 40.000 Euro und reicht bis rund 120.000 Euro. Die Laufzeit liegt bei drei bis sechs Monaten.

Hier verschiebt sich der Aufwand vom Shop zur Schnittstelle. Eine ERP-Kopplung ist selten deshalb aufwendig, weil der Datenaustausch technisch schwierig wäre, sondern weil Artikelstammdaten, Preislogik und Lagerführung im ERP anders modelliert sind als im Shop. Wie sich das auflösen lässt, beschreibt der Beitrag zur ERP-Integration mit Shopware 6.

Stufe 3: Eigenes Frontend und tiefe Systemintegration

Individuell entwickelte Storefront, mehrere angebundene Systeme, komplexe Preis- und Rechtelogik, oft mit B2B-Anteil. Ab etwa 120.000 Euro aufwärts, sechs bis zwölf Monate. Auf dieser Stufe wird die Frage relevant, ob die Agentur ein Team stellt oder eine Person mit Aushilfen.

Stufe 4: Headless und Composable

Shopware liefert nur noch die API, das Frontend läuft als eigene Anwendung, etwa in Next.js. Dazu kommen häufig ein eigenes CMS und eine eigene Suche. Sechsstellig aufwärts, mit laufenden Betriebskosten für die zusätzliche Infrastruktur. Die Architektur lohnt sich bei mehreren Verkaufskanälen, sehr hohen Performance-Anforderungen oder wenn Redaktion und Shop getrennt arbeiten sollen. Wann sie sich rechnet und wann nicht, steht im Beitrag zu Headless Commerce mit Next.js und Shopware.

Zur Abrechnung: Bei klar umrissenem Leistungsumfang ist ein Festpreis möglich und für beide Seiten sinnvoll. Bei offener Anforderungslage führt ein erzwungener Festpreis dazu, dass die Agentur Risikoaufschläge einpreist und jede Änderung über Nachträge läuft. Die Abwägung zwischen Festpreis, Abrechnung nach Aufwand und iterativem Vorgehen behandelt der Beitrag Festpreis, Stunden oder iterativ.

Agentur, Freelancer oder eigenes Team

Ein erfahrener Shopware-Freelancer kostet weniger, entscheidet schneller und ist bei abgegrenzten Aufgaben oft die bessere Wahl: ein Plugin, eine Schnittstelle, eine Performance-Analyse. Das Risiko liegt in der Verfügbarkeit. Wenn eine Person den gesamten Shop kennt und diese Person ausfällt, den Kunden wechselt oder das Interesse verliert, steht der Betrieb still.

Eine Agentur deckt dieses Risiko ab, wenn mindestens zwei Personen den Code kennen. Fragen Sie das konkret ab, denn auch in Agenturen gibt es Projekte, die faktisch von einer Person getragen werden. Die Rückfrage "Wer übernimmt, wenn die Hauptentwicklerin drei Wochen ausfällt?" trennt die beiden Fälle.

Ein eigenes Team lohnt sich ab einem Punkt, an dem dauerhaft mindestens zwei Entwicklerstellen ausgelastet sind. Darunter verbrennt der Aufbau mehr Geld, als er spart, weil Recruiting, Einarbeitung und Wissensverlust bei Kündigungen den Stundensatzvorteil aufzehren. Der praktikable Zwischenweg ist ein kleines Team mit Senior-Besetzung, das mit dem eigenen Personal zusammenarbeitet statt für es. Warum diese Aufstellung für mittelständische Auftraggeber weniger Risiko bedeutet, steht im Beitrag Warum wir keine klassische Agentur sind.

Unabhängig vom Modell gilt eine Bedingung: Der Code, die Server-Zugänge und die Dokumentation gehören dem Auftraggeber. Wie sich eine Abhängigkeit vom Dienstleister vorab erkennen und vertraglich vermeiden lässt, behandelt der Beitrag Die teure Abhängigkeit von Agenturen.

Neun Warnzeichen bei der Agenturauswahl

Jedes einzelne Zeichen lässt sich erklären. Wenn mehrere zusammenkommen, ist es ein Muster.

  • Ein Festpreis wird genannt, bevor über Anforderungen gesprochen wurde. Wer eine Zahl nennt, ohne die Schnittstellen zu kennen, kalkuliert entweder mit hohem Puffer oder wird die Differenz später über Nachträge holen.

  • Das Angebot nennt keine Shopware-Version. Zwischen 6.5 und 6.7 liegen Unterschiede in der Storefront-Architektur, die den Aufwand verändern.

  • Im Erstgespräch sitzt nur der Vertrieb. Wenn technische Fragen mit "das klären wir im Projekt" beantwortet werden, sprechen Sie nicht mit den Personen, die später arbeiten.

  • Referenzen ohne Shop-Link oder mit Shops, die nachweislich nicht auf Shopware laufen.

  • Der Shop läuft ausschließlich auf Servern der Agentur, und der Quellcode wird nicht herausgegeben. Das ist eine Abhängigkeit, die sich später nur durch einen Neubau lösen lässt.

  • Zur Zeit nach dem Go-Live steht nichts im Angebot: keine Aussage zu Wartung, Sicherheitsupdates, Reaktionszeiten oder Übergabe.

  • Auf die Frage nach der Testabdeckung folgt Unverständnis. Ein Shop ohne automatisierte Tests lässt sich nicht ohne Risiko aktualisieren, und Shopware bringt mehrere Updates pro Jahr.

  • Der Plugin-Stack im Angebot umfasst 30 oder mehr Erweiterungen. Jedes Plugin ist eine Abhängigkeit, die bei jedem Shopware-Update brechen kann.

  • Zeitdruck kommt von der Agentur: befristete Rabatte, freie Kapazität nur diesen Monat. Ausgelastete Agenturen arbeiten selten mit Verknappung.

Ein Punkt verdient eine eigene Erwähnung, weil er teuer wird und selten geprüft wird: die Übergabefähigkeit. Ein Shop, dessen Code niemand außer der bauenden Agentur versteht, bindet Sie an diese Agentur, unabhängig davon, wie zufrieden Sie sind. Woran sich das vorab erkennen lässt, beschreibt der Beitrag zu wartbarem Code und Übergabe.

Zwölf Fragen für das Erstgespräch

Diese Fragen kosten 30 Minuten und ersparen im Zweifel ein gescheitertes Projekt. Wichtiger als die Antworten selbst ist, wie sicher und konkret sie ausfallen.

  1. Wer arbeitet namentlich in meinem Projekt, und wie lange arbeiten diese Personen schon mit Shopware?

  2. Wird ein Teil der Arbeit an Subunternehmer oder Offshore-Teams vergeben? Wenn ja, welcher?

  3. Zeigen Sie mir ein Plugin, das Sie selbst geschrieben haben, und erklären Sie eine Entscheidung darin.

  4. Auf welcher Shopware-Version bauen wir, und wie gehen wir mit dem nächsten Major-Update um?

  5. Wie viele Plugins aus dem Store planen Sie ein, und welche davon sind kostenpflichtig im Abo?

  6. Wo liegt der Quellcode während des Projekts, und wem gehört er danach?

  7. Wie testen Sie, und was passiert, wenn ein Update etwas kaputt macht?

  8. Wie läuft ein Deployment ab, und wie lange dauert ein Rollback?

  9. Welche drei Anforderungen aus meinem Briefing halten Sie für die teuersten, und warum?

  10. Was passiert am Tag nach dem Go-Live, und was kostet Wartung im Monat?

  11. Nennen Sie ein Projekt, das nicht gut gelaufen ist, und was Sie daraus geändert haben.

  12. Wenn wir uns in zwei Jahren trennen: Was braucht ein neues Team, um weiterarbeiten zu können?

Frage 11 ist die aussagekräftigste. Agenturen, die auf ein gescheitertes Projekt mit einer konkreten Geschichte und einer konkreten Änderung antworten, haben eine funktionierende Fehlerkultur. Antworten wie "eigentlich läuft bei uns alles gut" sind entweder unwahr oder ein Hinweis, dass niemand hinschaut.

Sonderfälle: B2B, ERP, Migration, Headless

Vier Anforderungen verändern das Anforderungsprofil an die Agentur so stark, dass die allgemeine Auswahl nicht ausreicht.

Bei B2B geht es um Kundenhierarchien, Staffel- und Kundenpreise, Bestellfreigaben, Angebotsfunktionen und Zahlung auf Rechnung mit Kreditlimit. Shopware bildet vieles davon in den B2B-Components ab, die Konfiguration ist aber anspruchsvoll und die Lücken zum eigenen Prozess sind selten klein. Fragen Sie nach zwei laufenden B2B-Shops, nicht nach einem. Details dazu im Beitrag über die B2B-Components im Großhandel und auf der Seite zu Shopware B2B.

Bei einer ERP-Anbindung zählt die Erfahrung mit Ihrem konkreten System. Eine Agentur, die dreimal an SAP Business One angebunden hat, ist bei SAP Business One deutlich schneller als eine, die nur "Schnittstellen" im Portfolio führt. Fragen Sie nach dem System, nicht nach der Kategorie. Mehr dazu unter Shopware Schnittstellen.

Bei einer Migration von Shopware 5, Magento oder einem anderen System entscheidet die Sorgfalt bei den URLs über den Umsatz nach dem Launch. Verlangen Sie im Angebot eine 301-Redirect-Map und ein Monitoring in der Search Console für die ersten Wochen. Wer beides nicht anbietet, hat schon einmal Rankings verloren oder wird es noch. Der Migrationsleitfaden für Shopware 6.7 beschreibt den Ablauf im Detail.

Bei Headless brauchen Sie eine Agentur, die neben PHP auch JavaScript-Frontends produktiv betreibt. Die Kombination ist seltener als die Websites vermuten lassen. Lassen Sie sich einen laufenden Headless-Shop zeigen und fragen Sie nach den Betriebskosten der zusätzlichen Infrastruktur.

Wie CODING 9 in dieses Raster passt

Der Vollständigkeit halber die eigene Einordnung nach denselben Kriterien, damit Sie diesen Leitfaden auch auf den Absender anwenden können.

CODING 9 gehört zum zweiten Typ. Wir konfigurieren keine gekauften Themes und sind bei Projekten der Stufe 1 die falsche Wahl - dort zahlen Sie für Kompetenz, die Sie nicht brauchen. Wir führen weder ein Partner-Badge noch eine Shopware-Zertifizierung. Stattdessen ist unsere Arbeit an der Plattform öffentlich einsehbar: eigene Pull Requests im offenen Shopware-Core, Arbeit mit der Plattform seit Shopware 4 und mehrere Plugins unter MIT-Lizenz auf GitHub, darunter das Agent-Ready-Plugin für den Zugriff durch KI-Agenten und der KI Data Selector für Abfragen auf Shop-Daten in natürlicher Sprache. Beides lässt sich prüfen, ohne mit uns gesprochen zu haben.

Wir arbeiten mit Senior-Besetzung direkt im Kundenteam, ohne Projektmanager als Zwischenschicht und ohne Offshore-Anteil. Der Code liegt in Ihrem Repository, das Hosting können Sie frei wählen. Wer die Leistungen im Detail sucht, findet sie auf der Seite zur Shopware-Entwicklung.

Was Sie aus diesem Leitfaden mitnehmen

Die Agenturauswahl wird beherrschbar, sobald zwei Dinge vor dem ersten Gespräch feststehen: welcher Agenturtyp zum eigenen Fall passt, und welche Ausbaustufe realistisch ist. Beides lässt sich intern klären, bevor ein einziges Angebot eingeholt wird. Danach besteht die Auswahl aus Prüfarbeit statt aus Bauchgefühl - öffentliche Code-Arbeit ansehen, Referenz-Shops aufrufen, zwei Referenzkunden anrufen, die zwölf Fragen stellen.

Bleibt eine Unsicherheit, hilft ein bezahlter Vorlauf: ein Workshop oder ein kleines abgegrenztes Paket, bevor das große Projekt vergeben wird. Ein paar Tage gemeinsame Arbeit sagen mehr über eine Agentur aus als jede Ausschreibung, und die Kosten liegen weit unter dem, was ein Wechsel im laufenden Projekt verursacht. Warum ein kleiner erster Schritt auch inhaltlich meist der bessere ist, steht im Beitrag Vom Big-Bang-Projekt zur ersten echten Bestellung.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es die beste Shopware Agentur?

Nein. Shopware deckt vom 200-Artikel-Shop bis zur B2B-Plattform mit ERP-Anbindung eine sehr breite Spanne ab, und die Agenturen sind entsprechend unterschiedlich aufgestellt. Eine Agentur, die Standard-Themes in vier Wochen ausrollt, ist für eine Preislogik mit Kundenhierarchien die falsche Wahl - und umgekehrt zahlt ein kleiner B2C-Shop bei einer Individualagentur für Kompetenz, die er nicht braucht. Die brauchbare Frage lautet, welcher Agenturtyp zum eigenen Fall passt.

Was kostet eine Shopware Agentur?

Die Tagessätze deutscher Shopware-Agenturen liegen 2026 überwiegend zwischen 800 und 1.400 Euro netto. Aussagekräftiger als der Tagessatz ist die Projektsumme: Theme-Konfiguration beginnt im niedrigen fünfstelligen Bereich, individuelle Anpassungen mit ERP-Anbindung liegen meist zwischen 40.000 und 120.000 Euro, ein eigenes Frontend mit tiefer Systemintegration darüber. Bei klar umrissenem Leistungsumfang ist ein Festpreis möglich, bei offener Anforderungslage arbeiten die meisten Agenturen nach Aufwand.

Was bedeuten die Shopware-Partnerstufen Silver, Gold und Platinum?

Shopware führt für Agenturen ein gestuftes Solution-Partner-Programm. Silver setzt mindestens vier Shopware-Zertifizierungen voraus, Gold mindestens zehn, Platinum die strengsten Anforderungen. Dazu kommen kommerzielle Kriterien wie vermittelter Lizenzumsatz. Die Stufe sagt aus, dass die Agentur eine bestimmte Größe und Bindung an Shopware hat. Sie sagt nichts darüber, wer konkret Ihr Projekt umsetzt, denn Zertifikate werden an einzelne Personen vergeben, nicht an Teams.

Agentur oder Freelancer für Shopware?

Ein erfahrener Shopware-Freelancer ist bei abgegrenzten Aufgaben oft die günstigere und schnellere Wahl: ein Plugin, eine Schnittstelle, eine Performance-Optimierung. Bei einem Shop, der über Jahre laufen und weiterentwickelt werden soll, wird das Ausfallrisiko zum Thema. Eine Agentur mit mindestens zwei Personen, die den Code kennen, deckt Urlaub, Krankheit und Kündigung ab. Der Zwischenweg ist eine kleine Agentur mit Senior-Besetzung statt einer großen mit Junior-Bench.

Wie erkenne ich, ob eine Agentur wirklich Shopware-Code schreibt?

Lassen Sie sich öffentlich einsehbare Arbeit zeigen: eigene Plugins auf GitHub oder im Shopware Store, Pull Requests im offenen Shopware-Core, Vorträge oder technische Artikel. Wer Shopware nur konfiguriert, hat davon nichts vorzuweisen. Fragen Sie zusätzlich im Erstgespräch nach einer konkreten technischen Entscheidung aus einem laufenden Projekt. Wer selbst entwickelt, kann in zwei Minuten erklären, warum eine Anforderung als Plugin und nicht als App umgesetzt wurde.

Welche Warnzeichen sprechen gegen eine Shopware Agentur?

Ein Festpreis ohne Anforderungsklärung, ein Angebot ohne genannte Shopware-Version, Referenzen ohne prüfbaren Shop-Link, ein Vertrieb der die technischen Fragen nicht beantworten kann, Hosting nur beim Anbieter selbst ohne Herausgabe des Codes, sowie fehlende Aussagen zu Übergabe, Dokumentation und Wartung nach dem Go-Live. Jedes einzelne Zeichen ist erklärbar, mehrere zusammen sind ein Muster.

Wie lange dauert ein Shopware-6-Projekt?

Eine Theme-Konfiguration mit sauberer Datenübernahme ist in vier bis acht Wochen live. Ein individueller Shop mit ERP-Anbindung braucht typischerweise drei bis sechs Monate, wobei die Schnittstelle und die Datenqualität meist mehr Zeit kosten als das Frontend. Projekte mit eigenem Frontend oder Headless-Architektur liegen darüber. Der größte Zeitfresser ist in fast allen Projekten nicht die Entwicklung, sondern die Abstimmung von Produktdaten und Prozessen auf Auftraggeberseite.

Sollte ich für Shopware eine Agentur in meiner Nähe suchen?

Räumliche Nähe hilft beim Kick-off und bei Workshops, in denen Prozesse aufgenommen werden. Für die laufende Zusammenarbeit ist sie seit 2020 kein Kriterium mehr - entscheidend ist, ob dieselben Personen erreichbar bleiben und wie schnell auf Störungen reagiert wird. Wer trotzdem regional sucht, sollte den Radius so wählen, dass die fachliche Passung nicht darunter leidet.

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