Data7 min Lesezeit13.10.2026

MultiDocker-Update: KI-Sessions mit Live-Status, Spedy-Tickets und neue Oberfläche

Seit dem Start im August hat MultiDocker viele Updates bekommen: KI-Sessions mit Live-Status, Spedy-Tickets im Projekt, Sidebar-Gruppen und mehr. Mit Screenshots und Changelog.

Alexander Schikowsky
Alexander SchikowskyE-Commerce & KI-Experte

Im August haben wir MultiDocker veröffentlicht: eine macOS-App plus CLI, mit der mehrere docker-compose-Projekte gleichzeitig laufen, jedes unter einem eigenen HTTPS-Hostnamen und ohne Änderungen an der Compose-Datei. Seitdem ist das Werkzeug jeden Tag bei uns im Einsatz, und genau dieser Alltag hat die Liste der Änderungen geschrieben. Version 0.1.14 ist seit dem 12. Oktober über das Auto-Update verfügbar. Hier steht, was neu ist, mit Screenshots und dem vollständigen Changelog am Ende.

Wer den Hintergrund noch nicht kennt: Warum es MultiDocker gibt und wie Override-Dateien, Traefik und das Wildcard-Zertifikat zusammenspielen, beschreibt unser Beitrag zum Start. Dieser Text setzt dort an.

Die Kurzfassung

  • KI-Sessions mit Live-Status: Die App zeigt, ob ein Coding-Agent gerade arbeitet, auf Eingabe wartet oder fertig ist, und meldet sich per macOS-Mitteilung, wenn Sie gebraucht werden.

  • Spedy-Tickets im Projekt: Offene Tickets des zugewiesenen Boards erscheinen direkt in der App. Ein Klick startet eine KI-Session, die das Ticket als Kontext mitbekommt.

  • Neue Oberfläche: Projekte lassen sich in Gruppen sortieren, aktive Arbeit steht oben, die Projektseite ist in vier Tabs aufgeteilt.

  • Weniger Handarbeit im Hintergrund: konfigurierbare Mailcatcher-Domain, automatisch erneuerte Override-Dateien, eine Konsole mit Suche und Filtern, dazu ein Demo-Modus für Präsentationen.

MultiDocker-Hauptfenster: links die Sidebar mit dem Block Aktiv und den Gruppen Acme Corp, Internal und Weitere, rechts die Projektseite von acme-platform mit den Tabs Übersicht, Services, Tickets und Einstellungen sowie den Karten Health, Git und AI-Sessions
Das Hauptfenster in Version 0.1.14: Gruppen in der Sidebar, aktive Sessions oben, die Projektseite mit Health-, Git- und Session-Karte. Alle Daten stammen aus dem Demo-Modus.

KI-Sessions: Sie sehen, wer gerade arbeitet

Terminal-Sessions pro Projekt gab es schon zum Start. Mit mdocker terminal new öffnet MultiDocker im Projektverzeichnis eine tmux-Session, in der Claude Code, GitHub Copilot oder eine normale Shell läuft. Was fehlte, war der Überblick. Wer drei Agenten parallel an drei Projekten arbeiten lässt, klickt sonst reihum durch die Fenster, um zu sehen, wo eine Rückfrage offen ist.

Jetzt liest MultiDocker den Zustand jeder Session aus tmux und zeigt ihn in der Sidebar an:

  • Arbeitet: Die Zeile bekommt einen roten Rahmen, der Statuspunkt pulsiert. Der Agent schreibt gerade Code, führt Tests aus oder liest Dateien.

  • Wartet auf Eingabe: Der Rahmen wird orange. Hier will der Agent eine Freigabe oder eine Antwort.

  • Beendet: Die Session ist vorbei und verschwindet aus der Hauptansicht, bleibt aber in der Projektliste abrufbar.

Wechselt eine Session von "arbeitet" auf "wartet", schickt die App eine macOS-Mitteilung, sofern Sie die Session gerade nicht offen haben. Ein Klick auf die Mitteilung öffnet sie. Damit können Sie einem Agenten eine Aufgabe geben, in einem anderen Projekt weiterarbeiten und werden geholt, sobald Ihre Entscheidung gefragt ist.

Statt kryptischer IDs wie claude-1 steht in der Liste der Titel, den der Agent selbst setzt, zum Beispiel "Checkout: Gutschein-Validierung". Ganz oben in der Sidebar fasst "Alle AI-Sessions" die Sessions sämtlicher Projekte zusammen, sortiert nach Zustand.

Ansicht Alle AI-Sessions: oben eine Session im Zustand Arbeitet, darunter eine Session, die auf Eingabe wartet, und eine beendete Session im Sandbox-Modus, jeweils mit dem Projektnamen am rechten Rand
"Alle AI-Sessions": arbeitende, wartende und beendete Sessions über alle Projekte hinweg.

Das eingebettete Terminal hat ein eigenes Farbschema bekommen und blendet die tmux-Statusleiste aus. Über "Detach" lösen Sie das Terminal von der App, die Session läuft im Hintergrund weiter.

Eingebettetes Terminal in MultiDocker mit einer laufenden Claude-Code-Session zum Ticket ACME-42: der Agent liest die Ticket-Datei, sucht die VoucherService-Klasse, erstellt einen Plan, ändert den Code und führt die Tests aus
Eine Claude-Code-Session im eingebetteten Terminal. Der Status "arbeitet" steht oben neben dem Projektnamen.

Spedy-Tickets direkt neben dem Code

Bei uns laufen Tickets in Spedy, unserer eigenen Plattform für Projekte und Support. Bisher hieß das: Ticket im Browser lesen, Beschreibung kopieren, Terminal öffnen, Agent starten, Beschreibung einfügen. Diese Schritte erledigt MultiDocker jetzt selbst.

Pro Projekt weisen Sie ein Spedy-Board zu, in der App unter Einstellungen oder per CLI:

mdocker spedy url https://ihre-instanz.spedy.ai
mdocker spedy token pat_...
mdocker spedy boards                       # Board-IDs anzeigen
mdocker spedy assign acme-platform <board-id>
mdocker spedy tickets acme-platform

Danach zeigt der neue Tab "Tickets" die offenen Tickets des Boards: links die Liste, rechts das Detail mit Beschreibung, Anhängen, Kommentaren, erfasster Zeit und verknüpften Pull Requests. Die Liste aktualisiert sich alle zwei Minuten, solange der Tab offen ist.

Der wichtigste Knopf heißt "AI-Session mit Ticket-Kontext". Er legt die Ticketdaten als Datei im Projekt ab und startet eine KI-Session, die genau damit beginnt: Ticket lesen, betroffene Stellen suchen, Plan vorschlagen. Im Terminal-Screenshot oben sehen Sie diesen Ablauf für das Demo-Ticket ACME-42.

Tab Tickets eines Projekts: links eine Liste mit zehn Tickets eines Demo-Boards, rechts das Ticket ACME-42 mit Status In Progress, Priorität High, dem Button AI-Session mit Ticket-Kontext, Beschreibung mit Akzeptanzkriterien, einem Bild-Anhang und einem verknüpften Draft-Pull-Request
Der Tab "Tickets": Liste und Detail nebeneinander, oben der Start einer KI-Session mit Ticket-Kontext.

Für Teams ohne Spedy ändert sich nichts. Der Tab bleibt leer, bis ein Board zugewiesen ist, alle anderen Funktionen arbeiten unabhängig davon.

Neue Oberfläche: Gruppen, Aktiv-Block und Tabs

Mit fünf Projekten reicht eine flache Liste. Bei zwanzig wird sie lang, vor allem wenn Kundenprojekte, interne Werkzeuge und Experimente durcheinanderstehen. Projekte lassen sich deshalb jetzt Gruppen zuordnen, per Rechtsklick in der Sidebar oder auf der Kommandozeile:

mdocker group set acme-shop "Acme Corp"
mdocker group ls

Jede Gruppe ist ein eigener, einklappbarer Abschnitt, und die App merkt sich, welche Abschnitte zu sind. Projekte ohne Gruppe landen unter "Weitere". Darüber steht ein fester Block "Aktiv" mit allen Projekten, in denen gerade eine KI-Session läuft. Was Ihre Aufmerksamkeit braucht, steht damit immer oben, egal in welcher Gruppe das Projekt einsortiert ist.

Kontextmenü eines Projekts in der Sidebar mit den Einträgen Stoppen, Neustart, Im Browser öffnen, Pfad im Finder zeigen und dem Untermenü Gruppe mit den Optionen Acme Corp, Internal, Keine Gruppe und Neue Gruppe
Gruppen setzen Sie per Rechtsklick auf ein Projekt.

Die Projektseite selbst ist in vier Tabs aufgeteilt, erreichbar über ⌘1 bis ⌘4:

  • Übersicht: Health-Check von Edge, Containern und Hostnamen, die Git-Karte mit Branch, Änderungen, Worktrees und letztem Commit sowie die KI-Sessions des Projekts.

  • Services: jeder Compose-Service mit Zustand, Ports und Umgebungsvariablen, darunter die Datenbank-Karte mit Snapshots, Dump und Restore.

  • Tickets: die Spedy-Ansicht von oben.

  • Einstellungen: Hostnamen, Routing, Pfade, Spedy-Board, Demo-Link und Gruppe.

Eine farbige Aura hinter der Kopfzeile zeigt den Zustand des Projekts: grün, wenn es läuft, rot pulsierend, wenn gerade ein Agent darin arbeitet.

Kleinere Änderungen für den Alltag

Mailcatcher unter eigener Domain

Der gemeinsame Mailcatcher war bisher fest unter mail.<Ihre-Domain> erreichbar. Mit mdocker config mail set legen Sie die Domain selbst fest. Sie gilt zugleich als SMTP-Host im Edge-Netz, sodass Projekte ihre Mails an smtp://<domain>:1025 schicken können. In den Edge-Einstellungen der App fasst eine Infokarte Weboberfläche, SMTP-Adressen und die passende Shopware-Konfiguration zusammen.

Override-Dateien erneuern sich selbst

Wer einen Service aus der docker-compose.yml entfernt hat, bekam beim nächsten Start einen Compose-Fehler, weil die Override-Datei den Service noch kannte. mdocker up und mdocker restart erkennen diesen Fall jetzt und rendern das Override vorher neu. Für alle anderen Fälle gibt es in der App einen Button "Override neu generieren".

Konsole mit Suche und Filtern

Die Konsole am unteren Fensterrand protokolliert jeden Befehl, den die App ausführt. Sie lässt sich jetzt durchsuchen und nach Fehlern oder Projekt filtern. Jeder Eintrag zeigt Dauer und Projekt, die Ausgabe lässt sich kopieren und der Befehl per Klick erneut ausführen. Die Höhe ziehen Sie an der Oberkante, die App merkt sie sich.

Demo-Modus für Präsentationen

Sie wollen MultiDocker im Team-Meeting oder beim Kunden zeigen, ohne echte Projektnamen, Tickets oder Datenbanken auf dem Bildschirm? Mit dem Schalter "Demo-Modus" in den Einstellungen (oder mit MD_DEMO=1 auf der Kommandozeile) läuft die App komplett mit fiktiven Daten. Docker, Git, tmux und Spedy werden in diesem Modus gar nicht angesprochen. Alle Screenshots in diesem Beitrag sind so entstanden.

Zuverlässigere Releases

Anfang September kam ein Update bei installierten Apps nicht an, weil eine Abhängigkeit im Build-Prozess eine neue Version gezogen hatte. Die Terminal-Bibliothek ist seitdem auf eine feste Version gepinnt, Release-Builds sind reproduzierbar. Auf der Website mdocker.coding9.de haben wir zusätzlich Sprachversionen, Weiterleitungen und Sicherheits-Header überarbeitet.

Changelog seit dem Start

Alle nutzerrelevanten Änderungen zwischen dem Start im August und Version 0.1.14 in zeitlicher Reihenfolge:

Datum

Bereich

Änderung

25.08.2026

Edge

Mailcatcher-Domain konfigurierbar (mdocker config mail show|set|reset), Infokarte in den Edge-Einstellungen

31.08.2026

Sessions

Live-Status arbeitet / wartet / beendet, Titel vom Agenten, macOS-Mitteilung beim Warten, Übersicht "Alle AI-Sessions", neues Terminal-Theme

01.09.2026

Sidebar

Laufende Sessions direkt unter dem Projekt, roter und oranger Leuchtrahmen, Plus-Button für neue Sessions beim Hover

02.09.2026

Spedy

mdocker spedy, Board pro Projekt, Tickets mit Kommentaren, Anhängen und Pull Requests, KI-Session mit Ticket-Kontext

02.09.2026

Gruppen

mdocker group set|show|ls, einklappbare Gruppen in der Sidebar, Block "Aktiv"

02.09.2026

Projektseite

Tabs Übersicht, Services, Tickets, Einstellungen mit ⌘1–⌘4, Status-Aura in der Kopfzeile

08.09.2026

Release

Terminal-Bibliothek fest gepinnt, reproduzierbare Release-Builds

09.–14.09.2026

Website

hreflang-Auszeichnung, Weiterleitungen mit abschließendem Slash, HSTS-Header

30.09.2026

Engine

Veraltetes Override wird vor up und restart neu gerendert, Button "Override neu generieren"

07.10.2026

Konsole

Suche, Fehler- und Projektfilter, Dauer, Kopieren, erneut ausführen, Höhe verstellbar

07.10.2026

Demo-Modus

MD_DEMO=1 oder Schalter in den Einstellungen, mit fiktiven Projekten, Sessions und Tickets

07.10.2026

Fix

Leuchtrahmen der Session-Zeile färbt keinen Text mehr ein

12.10.2026

Release

Version 0.1.14 im Auto-Update

So kommen Sie an das Update

Ist MultiDocker schon installiert, meldet sich die App selbst, sobald eine neue Version bereitliegt, und zeigt die Release-Notes vor der Installation. Manuell prüfen Sie über "Nach Updates suchen …" im App-Menü. Die App installiert erst nach Ihrer Bestätigung, damit kein Neustart mitten in einen laufenden Container-Befehl fällt.

Neu dabei? Das DMG gibt es kostenlos auf mdocker.coding9.de. Der Setup-Assistent richtet CLI, Zertifikat und DNS beim ersten Start ein. Wer nur die CLI nutzt, findet Installation und alle Befehle in der Dokumentation.

Als Nächstes stehen Branch-Umgebungen auf der Liste: ein Git-Worktree mit eigener Subdomain und einer Kopie der Projektdatenbank, angelegt mit einem Befehl. Zusammen mit den Spedy-Tickets wird daraus ein Ablauf, bei dem ein Klick auf ein Ticket Branch, Umgebung und KI-Session in einem Schritt vorbereitet. Wenn Sie Ideen oder Wünsche für MultiDocker haben, schreiben Sie uns gern.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich für das Update etwas an meinen Projekten ändern?

Nein. Registrierte Projekte, Override-Dateien und Hostnamen bleiben erhalten. Gruppen und Spedy-Boards sind optional und lassen sich nach dem Update in der App oder per CLI setzen.

Brauche ich Spedy, um MultiDocker zu nutzen?

Nein. Die Spedy-Anbindung ist ein Zusatz. Ohne zugewiesenes Board bleibt der Tab Tickets leer, alle anderen Funktionen arbeiten unabhängig davon.

Welche KI-Tools laufen in den Sessions?

MultiDocker startet Claude Code, GitHub Copilot oder eine normale Shell im Projektverzeichnis. Den Live-Status liest die App aus tmux, deshalb funktioniert die Anzeige für arbeitend, wartend und beendet mit jedem dieser Werkzeuge.

Was kostet MultiDocker?

Die App ist kostenlos und steht auf mdocker.coding9.de zum Download bereit. Es gelten die dort verlinkten Nutzungsbedingungen.

Läuft der Demo-Modus mit meinen echten Projekten?

Nein. Im Demo-Modus arbeitet die App ausschließlich mit fiktiven Daten aus einem eigenen Verzeichnis. Docker, Git, tmux und Spedy werden nicht angesprochen, Ihre echten Projekte bleiben unberührt. Nach dem Abschalten lädt die App wieder Ihre eigenen Daten.

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