Shopware 612 min Lesezeit10.9.2025

Shopware 6 im Check: Was neu ist und was Sie jetzt wissen sollten

Shopware 6 bringt viele Neuerungen wie Rule Builder, Flow Builder & API-first. Erfahren Sie, was sich geändert hat und ob eine Migration für Ihren Onlineshop sinnvoll ist.

Felix Astner
Felix AstnerAI & E-Commerce Experte

Shopware 6 hat Shopware 5 als Standard abgelöst, ist aber kein reines Versionsupdate. Die Plattform wurde von Grund auf neu geschrieben: eine eigene API-Schicht für alle Funktionen, ein Administrationsbereich auf Vue.js-Basis und Automatisierungen, die im Backend konfiguriert statt in Plugins programmiert werden.

Doch was genau ist neu in Shopware 6? Welche Vorteile bringen die neuen Funktionen für Ihr Tagesgeschäft? Und die wichtigste Frage für viele Händler: Lohnt sich der Umstieg von einer älteren Version oder einem anderen System?

Wir bei coding9.de arbeiten täglich mit Shopware 6 und geben Ihnen einen klaren Überblick über die entscheidenden Neuerungen, damit Sie die richtige strategische Entscheidung für Ihren Onlineshop treffen können.

Der API-first-Ansatz als Fundament

Die größte Änderung sieht man dem Shop von außen nicht an: Shopware 6 wurde nach dem API-first-Prinzip entwickelt. Das bedeutet, dass alle Funktionen des Shops über eine Programmierschnittstelle (API) verfügbar sind.

Ihr Vorteil: Maximale Flexibilität. Sie sind nicht mehr an das Standard-Frontend gebunden. Eine mobile App, eine Kasse am Point of Sale (POS), ein Marktplatz wie Amazon oder ein Headless-Commerce-Frontend mit einem Framework wie Hyvä greifen alle auf dieselbe API zu. Produktdaten, Preise und Bestellungen pflegen Sie trotzdem nur an einer Stelle, im Shopware-Backend.

Rule Builder und Flow Builder für Marketing und Vertrieb

Diese beiden Werkzeuge greifen im Alltagsgeschäft ineinander. Sie bilden Geschäftslogik und Marketing-Automatisierung im Backend ab, ohne eine einzige Zeile Code.

1. Der Rule Builder (Regel-Baukasten):

Mit dem Rule Builder definieren Sie flexible Regeln basierend auf unzähligen Bedingungen. Zum Beispiel:

  • Wenn der Kunde in der Kundengruppe 'Stammkunde' ist UND der Warenkorbwert über 100 € liegt...

  • ...UND der Kunde aus Deutschland kommt...

  • ...UND sich ein Produkt der Kategorie 'Sommer-Sale' im Warenkorb befindet.

2. Der Flow Builder (Prozess-Automatisierung):

Der Flow Builder nutzt die Regeln des Rule Builders, um Aktionen auszulösen. Sie können damit ganze Prozessketten automatisieren, die bisher manuellen Aufwand oder teure Plugins erforderten.

  • Beispiel: Ein Kunde schließt eine Bestellung ab (Trigger).

  • Prüfung (Rule): Ist der Kunde Neukunde?

  • Aktion (Flow): Wenn ja, ändere den Bestellstatus auf 'Prüfung erforderlich', füge den Tag 'Neukunde' hinzu und sende eine E-Mail an das Vertriebsteam.

Ihr Vorteil: Sie bilden Marketingkampagnen, Versandregeln, Rabattaktionen und interne Prozesse ohne Entwicklung ab. Arbeitsschritte, die heute jemand nach jeder Bestellung von Hand ausführt, laufen danach beim Bestelleingang automatisch.

Die neuen Erlebniswelten

Die Einkaufswelten aus Shopware 5 wurden zu den Erlebniswelten weiterentwickelt. Mit einem Drag-and-Drop-Editor bauen Sie Landingpages, Kategorieseiten und Produktdetailseiten selbst zusammen, ohne für jede Änderung einen Entwickler zu buchen.

Ihr Vorteil: Sie können kurzfristig auf Marketinganforderungen reagieren. Eine saisonale Kampagnenseite, Storytelling-Elemente auf Produktseiten oder eine umgebaute Kategorieseite entstehen direkt im Backend, ohne Deployment und ohne Entwicklertermin.

Weitere wichtige Neuerungen im Überblick:

  • Modernes Backend: Die Administrationsoberfläche wurde komplett überarbeitet (auf Basis des Frameworks Vue.js), ist schneller und deutlich intuitiver zu bedienen.

  • Tiefere Integration von Verkaufskanälen: Verwalten Sie nicht nur Ihren Onlineshop, sondern auch Social-Media-Shopping-Kanäle oder Marktplätze direkt aus dem Backend.

  • Verbesserte Performance: Shopware 6 cacht auf Objekt- und HTTP-Ebene und lässt sich auf mehrere Anwendungsserver verteilen, damit auch Lastspitzen im Weihnachtsgeschäft durchlaufen.

Für wen lohnt sich die Migration auf Shopware 6?

Ein Umstieg kostet Zeit und Budget. Er lohnt sich, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte auf Sie zutreffen:

  • Sie nutzen noch Shopware 5: Der offizielle Support für Shopware 5 ist ausgelaufen. Um Sicherheitslücken zu vermeiden und von modernen Technologien zu profitieren, ist ein Umstieg unumgänglich.

  • Sie stoßen an technische Grenzen: Ihr aktueller Shop ist langsam, Erweiterungen sind kompliziert und Sie fühlen sich in Ihren Marketing-Möglichkeiten eingeschränkt.

  • Sie planen eine Omni-Channel-Strategie: Sie möchten über verschiedene Kanäle (online, offline, mobil) verkaufen und benötigen eine zentrale Plattform zur Steuerung.

  • Sie wollen Prozesse automatisieren: Sie verbringen zu viel Zeit mit manuellen Aufgaben bei der Bestellabwicklung, im Kundenmanagement oder im Marketing.

Was kostet Shopware 6?

Shopware 6 ist in verschiedenen Plänen verfügbar. Die Community Edition ist Open Source und kostenfrei, erfordert aber technisches Know-how. Die kostenpflichtigen Pläne (Rise, Evolve, Beyond) bieten darüber hinaus Hersteller-Support und exklusive Features wie erweiterte CMS-Funktionen oder B2B-Suiten. Die Kosten für eine Migration hängen stark vom Umfang Ihres Shops, der Datenmenge und individuellen Anpassungen ab.

Fazit: Der Umstieg auf Shopware 6 ist eine Business-Entscheidung

Shopware 6 verlagert Geschäftslogik aus dem Code in konfigurierbare Regeln und öffnet den Shop über die API für weitere Verkaufskanäle. Wer heute viel manuell abwickelt oder mehrere Kanäle bedient, spart damit laufende Arbeitszeit im Team.

Der Umstieg selbst braucht Planung: Datenmigration, Templating und die Anbindung von ERP, PIM und Zahlungsdienstleistern.

Sie fragen sich, ob Shopware 6 die richtige Wahl für Sie ist oder wie eine Migration erfolgreich gelingt? Sprechen Sie mit uns. Wir prüfen Ihre Anforderungen und beziffern, was ein Wechsel kostet und was er im Betrieb einspart.

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