PostgreSQL 18: Performance-Boosts und was der Umstieg auf Postgres 18 bringt
PostgreSQL 18 ist erschienen und bringt schnellere Lesezugriffe, neue Entwickler-Features und erweiterte Security-Optionen. Was Postgres 18 in E-Commerce-, KI- und Webprojekten ändert und worauf beim Upgrade zu achten ist.
Im September 2025 ist PostgreSQL 18 erschienen, in vielen Teams kurz Postgres 18 genannt. Die wichtigsten Neuerungen: asynchrones I/O mit bis zu dreimal schnelleren Lesezugriffen, die Funktion uuidv7(), Anmeldung über OAuth 2.0 und Upgrades, die die Planer-Statistiken mitnehmen. Hier steht, was das in Shopware-Shops, Symfony-Backends und KI-Anwendungen bringt und worauf Sie beim Umstieg achten.
Was PostgreSQL 18 mitbringt
PostgreSQL trägt heute Online-Shops ebenso wie datenintensive KI-Systeme. Die Major Version 18 hat die PostgreSQL Global Development Group am 25. September 2025 veröffentlicht. Sie bringt vor allem mehr Leistung, neue Entwicklertools und weniger Aufwand in der Administration. Die vollständige Liste steht in den offiziellen Release Notes zu PostgreSQL 18. Die Neuerungen, die in Projekten den Unterschied machen:
Performance-Verbesserungen
Asynchrone I/O (AIO): Leseoperationen aus dem Storage laufen bis zu dreimal schneller, weil mehrere Lesezugriffe parallel angestoßen statt nacheinander abgewartet werden. Umgesetzt ist das in Version 18 für Sequential Scans, Bitmap Heap Scans und VACUUM. Welchen Weg die Datenbank dabei nimmt, steuert der neue Parameter
io_methodmit den Werten worker, io_uring (nur Linux) und sync für das bisherige Verhalten. Das wirkt vor allem bei großen Datenmengen in E-Commerce oder KI-Anwendungen.Verbesserter Query-Planer: Redundante Self-Joins fallen automatisch weg, IN-Klauseln werden anders aufgelöst und nicht betroffene Partitionen früher ausgeschlossen. Das senkt Abfragezeiten und Ressourcenverbrauch.
Schnellere Indizes: GIN-Indizes lassen sich parallel aufbauen, und Skip-Scans greifen bei Multi-Column-Indizes auch dann, wenn die erste Spalte in der Bedingung fehlt.
Diese Änderungen greifen, ohne dass Sie bestehende Systeme umbauen müssen. Die Abfragen bleiben, wie sie sind.
Entwickler-Features
Virtuelle Generated Columns: Werte werden erst beim Lesen berechnet. Das spart Speicher und erlaubt Änderungen an der Berechnungsregel ohne Migration der Bestandsdaten. Ab Version 18 sind virtual generated columns die Standardvariante; gespeicherte Spalten legen Sie weiterhin ausdrücklich mit STORED an.
uuidv7()-Funktion: Die uuidv7-Funktion erzeugt UUIDs, die nach Zeitstempel sortiert sind. Als Primary Key eingesetzt, landen solche timestamp ordered IDs im B-Tree-Index nebeneinander statt verstreut wie bei zufälligen UUIDv4-Werten. Das verbessert Schreib- und Leseperformance in verteilten Systemen oder Microservices.
Erweiterte Constraints: Features wie nicht-überlappende Primary Keys mit
WITHOUT OVERLAPSund nicht-erzwungene Constraints erlauben präzise Datenvalidierung bei minimalem Performance-Einfluss.
In Symfony-Projekten spart das eigenen Validierungscode und verkürzt den Weg von der Schema-Änderung bis zum Deployment.
Security und Authentication
OAuth 2.0-Unterstützung: Die Datenbank akzeptiert Tokens aus Ihrem Identity Provider, sodass Sie Datenbank-Passwörter in Cloud- und KI-Umgebungen nicht mehr getrennt verwalten.
Erweiterte TLS-Optionen: Mehr Kontrolle über Cipher-Suites und Deprecation von MD5 für Passwörter erfüllen aktuelle Standards.
Damit lassen sich Alt-Passwörter auf MD5-Basis ablösen und TLS-Vorgaben aus Sicherheitsaudits direkt in der Datenbank durchsetzen.
Administrations- und Monitoring-Verbesserungen
Schnellere Upgrades: Die Planer-Statistiken überstehen jetzt den Wechsel der Major Version. Die Datenbank erreicht dadurch nach dem Upgrade schneller wieder ihre gewohnten Antwortzeiten, statt erst auf einen vollständigen ANALYZE-Lauf zu warten.
Erweiterte Monitoring-Tools: Neue Statistiken in
pg_stat_iound ausführlichere Ausgaben von VACUUM VERBOSE und ANALYZE VERBOSE zeigen, welche Tabellen als Nächstes Wartung brauchen. EXPLAIN ANALYZE gibt die Buffer-Nutzung jetzt ohne Zusatzoption aus.Logical Replication: Automatische Invalidierung inaktiver Slots und verbessertes Konflikt-Logging erhöhen die Zuverlässigkeit.
Zusätzlich profitieren Tools wie pg_upgrade von parallelen Checks und psql von erweiterten Pipeline-Befehlen.
Umstieg auf Postgres 18: Was beim Upgrade zu beachten ist
Der Wechsel auf eine neue Major Version läuft weiterhin über pg_upgrade oder über Dump und Restore. Vier Punkte sind bei Postgres 18 neu und gehören in die Planung:
Data Checksums: Neue Cluster legt initdb ab Version 18 mit aktivierten Page-Checksums an. Läuft Ihr alter Cluster ohne Checksums, muss der Ziel-Cluster für pg_upgrade mit
--no-data-checksumserzeugt werden, sonst passen die beiden Cluster nicht zusammen.Planer-Statistiken: Sie werden beim Upgrade mitgenommen. Der bisher übliche ANALYZE-Lauf direkt nach dem Umstieg entfällt damit als Pflichtschritt.
Dauer des Wartungsfensters: pg_upgrade führt seine Prüfungen mit
--jobsparallel aus und kann mit--swapdie Verzeichnisse tauschen, statt Dateien zu kopieren, zu klonen oder zu verlinken.MD5-Passwörter: Die Authentifizierung per md5 ist abgekündigt und fällt in einer späteren Version weg. Der Umstieg auf scram-sha-256 gehört in denselben Wartungstermin.
Ein Testlauf auf einer Kopie der Produktionsdaten bleibt Pflicht. Prüfen Sie dabei zuerst die Extensions: pgvector, PostGIS oder TimescaleDB müssen für Version 18 gebaut vorliegen, bevor der neue Cluster startet.
Vorteile durch PostgreSQL 18 in der Praxis
In Shopware-6-Shops schlagen die Performance-Verbesserungen auf die Ladezeiten durch. Die Datenbank hält höhere Lastspitzen aus, bevor eine weitere Instanz nötig wird. Am deutlichsten fällt das dort auf, wo viele Zeilen gelesen werden: Kategorieseiten mit großen Produktlisten, nächtliche Importe, Reporting-Abfragen. Diese Zugriffe laufen als Sequential Scans oder Bitmap Heap Scans, und genau für sie nennt das PostgreSQL-Projekt Verbesserungen von bis zu Faktor drei.
In KI-Projekten liegt der Hebel an einer anderen Stelle. Wer Embeddings mit pgvector in derselben Datenbank hält, kombiniert Vektor- und Filterabfragen in einem SQL-Statement. Wie so eine Suche aufgebaut ist, steht in unserem Beitrag zu Vektorsuche und Embeddings. Volltext- und JSONB-Indizes vom Typ GIN lassen sich in Version 18 parallel aufbauen, was den Reindex nach einem größeren Datenimport verkürzt.
Upgrades laufen mit kürzerem Wartungsfenster, virtuelle Columns halten Datenmodelle änderbar, und OAuth 2.0 nimmt die Passwortverwaltung aus der Datenbank heraus. In Projekten mit React-Frontends, Symfony-Backends oder Flutter-Apps helfen die schnelleren Indizes und neue Funktionen wie uuidv7() beim Umgang mit wachsenden Datenmengen, was den Wartungsaufwand senkt. Die neuen TLS- und Auth-Optionen erleichtern zugleich den Nachweis einer DSGVO-konformen Verarbeitung.
PostgreSQL 18 senkt Antwortzeiten, erweitert die Authentifizierungs-Optionen und verkürzt Upgrade-Fenster. Wer eigene Anwendungen auf Postgres betreibt, bekommt diese Effekte mit dem Versionswechsel, ohne den Anwendungscode umzubauen. Wer dabei Unterstützung braucht: Wir modernisieren Datenbanken und Anwendungen in der Backend- und PHP-Entwicklung und richten Upgrade-Pfade samt Testumgebung über DevOps mit Docker und CI/CD ein.
Sie planen den Umstieg auf Postgres 18? Sprechen Sie uns an, wir gehen den Upgrade-Pfad gern mit Ihnen durch.
Weitere Beiträge zu Datenbanken und E-Commerce bekommen Sie über unseren Newsletter oder unsere Social-Media-Kanäle.
Das CODING 9-Team
Häufig gestellte Fragen
Was ist neu in PostgreSQL 18?
Die wichtigste Neuerung ist das asynchrone I/O-Subsystem (AIO): Sequential Scans, Bitmap Heap Scans und VACUUM lesen bis zu dreimal schneller aus dem Storage. Dazu kommen Skip Scans auf mehrspaltigen B-Tree-Indizes, parallele GIN-Index-Builds, virtuelle Generated Columns als neuer Standard, die Funktion uuidv7() und Authentifizierung über OAuth 2.0.
Lohnt sich das Upgrade auf Postgres 18 für einen Onlineshop?
Wenn Ihre Datenbank an der Leseleistung hängt, ja. Kategorieseiten mit großen Produktlisten, Importe und Reporting-Abfragen lesen viele Zeilen am Stück und profitieren direkt vom neuen I/O-Subsystem. Der Anwendungscode bleibt dabei unverändert, es ist ein reines Infrastruktur-Upgrade.
Worauf muss ich beim Upgrade von PostgreSQL 17 auf 18 achten?
Auf drei Punkte: initdb aktiviert ab Version 18 Page-Checksums, deshalb braucht ein Quell-Cluster ohne Checksums beim Ziel-Cluster die Option --no-data-checksums. Die Authentifizierung per md5 ist abgekündigt, planen Sie den Wechsel auf scram-sha-256 mit ein. Und alle Extensions wie pgvector oder PostGIS müssen für Version 18 vorliegen, bevor der Cluster startet.